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© espace.ch / Berner Zeitung  [ Text und Bild ]   Sonja Bauer / 01.06.07

Biete Kochkurs gegen Hausputz

In Bolligen, im Einkaufszentrum Dorfmärit, gibt es einen kleinen, noch unauffälligen Laden, in dem man ausser Tee trinken und spielen auch Ideen umsetzen kann. Der Laden selbst ist eine Visionen-Schatzkiste.

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Foto: Walter Pfäffli
Die zweieinhalbjährige Anna spielt zusammen mit ihrer Grossmutter Hänni Schläpfer im Bolliger "Lern-Punkt". Nebst spielen und Tee trinken werden hier auch gute Ideen in die Tat umgesetzt.

Mittwochvormittag: Jeder Tisch im «Lern-Punkt» im Dorfmärit Bolligen ist besetzt. Die Besucher trinken Kaffee und Tee, reden und vergnügen sich mit Brett- und anderen Spielen; Jedes Alter ist vertreten. Das Credo des Geschäftsführers, Erwachsenenbildners und Ideenumsetzers Roland Schärer: «Man darf mit Visionen nicht warten, bis Behörden und Vereine helfen, sie umzusetzen.»

Hausputz und Gassi gehen

Schärer hat seine Visionen umgesetzt. «Eine Idee ergibt die andere», sagt er, Nun gibt es im Begegnungszentrum 250 Sorten Tees, eine Schrankwand voller Spiele und eine Nachhilfe-Plattform. Am Mittwochnachmittag geben Gymnasiasten und Studenten ihre Kenntnisse an Schüler weiter. Am Donnerstag gibt es den Jass-Nachmittag, am Freitag den Mittagstisch für ältere Menschen. Ausserdem existiert ein Tauschnetz, das Klaus Dättwyler betreut. Dort bietet zum Beispiel jemand Sprachunterricht an und sucht im Gegenzug eine Person, die mit dem Hund Gassi geht. Oder jemand tauscht Gitarrenunterricht gegen Wohnungsputz. Hauptsache, es kostet kein Geld.

Beim Umsetzen helfen

Zudem bietet der «Lern-Punkt» jeden Freitag für 15 Franken ein Mittagsmenü aus einem anderen Teil der Welt an. Im Moment steht Thailand auf dem Speiseplan. Freitagabends vermitteln Asylsuchende ihre kulinarische Landeskultur. "Ich möchte allen beim Umsetzen helfen", sagt Schärer. Ideen seien in seinem Laden gefragt. Kürzlich sei eine Kolumbianerin gekommen und habe Arbeit gesucht. Aus dem Gespräch habe sich ergeben, dass die Frau früher Salsa-Tanz gelehrt habe. «Seit einiger Zeit unterrichtet sie nun in unseren Räumen», so Schärer. Für die Lektionen hat er im Keller einen Tanzraum eingerichtet.
«Es gibt noch viel zu tun", ist Schärer überzeugt. Seine Frau Gabrielle, zum Beispiel, bietet im Rahmen des «Cocolino Virus» - Projekts Kochkurse für Kinder an: «Bei uns ist gesunde Ernährung ein Thema Kinder lernen, wie Brot gebacken wird und woher die Erdbeeren kommen.» Ausserdem gibt es im «Lern- Punkt» Spielsonntage, Kunstvernissagen und Musikveranstaltungen. «Manchmal entdeckt man erst im Gespräch die Fähigkeiten, die Menschen haben", sagt; Schärer. Jm Juni soll ein Förderverein gegründet werden. «Damit sich die Drehscheibe der Vermittlung weiterdrehen kann.»
SONJA BAUER

 
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